Untersuchungsmethoden im Überblick


Die ZSE ist darauf bedacht, alle relevanten Endoparasiten zu diagnostizieren, damit im Anschluss eine sinnvolle Behandlungsempfehlung ausgesprochen werden kann. Um alle Helminthen, die beim Pferd vorkommen und für dessen Gesundheit Bedeutung haben, zu identifizieren, werden unterschiedliche Untersuchungsmethoden angewandt. In folgender Auflistung erhalten Sie einen Überblick über diese labordiagnostischen Methoden und die Parasiten, die damit nachgewiesen werden können.

 

 

Modifiziertes McMaster-Verfahren

 

Quantitativer Nachweis der Eiausscheidung von Strongyliden (Strongylidae) und Spulwürmern (Parascaris equorum)

 

Qualitativer Nachweis von Bandwurm-Eiern (Anoplocephala spp.)

 

Das McMaster-Verfahren gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Strongyliden- und Spulwurm-Eiausscheidung des untersuchten Pferdes pro Gramm Kot ist (Ergebnis-Angabe in Eier pro Gramm Kot = EpG). Die AG.ZE-Vereinslabore arbeiten beim McMaster-Verfahren mit einem Grenzwert von 20 EpG und dem international anerkannten Behandlungsschwellenwert von 200 EpG. Liegt der Wert der Eiausscheidung über 200 EpG, wird zu einer Entwurmung geraten, unterhalb dieses Schwellenwertes  kann bei klinisch unauffälligem Zustand unter Absprache mit dem behandelnden Tierarzt darauf verzichtet werden. Wird ein Befall mit Spul- oder Bandwürmern nachgewiesen, ist bei der Sichtung eines einzelnen Eies (= 20 EpG) eine anthelminthische Behandlung an zu raten.

 

 

 

Kombinierte Sedimentation - Flotation

 

Semiquantitativer Nachweis von Strongyliden- und Spulwurmeiern (Strongylidae /Parascaris equorum)  

 

Qualitativer Nachweis von Bandwurmeiern  (Anoplocephala spp.)

 

Das kombinierte Sedimentations-Flotationsverfahren  ist eine sensitivere Methode als das McMaster-Verfahren, da eine deutlich größeren Menge Kot untersucht wird. Zudem werden die Parasitenstadien vor dem Nachweisschritt angereichert. Somit kann anhand dieser Untersuchung bereits eine sehr geringe Ausscheidung an diversen Parasitenstadien nachgewiesen werden. Die Strongylideneiausscheidung wird hier quantitativ grob gegliedert (vereinzelt, zahlreich, massenhaft). Diese Methode eignet sich insbesondere zum Nachweis von Bandwurmeiern. Hierbei wird aufgrund der intermettierenden Ausscheidung die Untersuchung einer 3-Tages-Sammelprobe empfohlen.

 

 

 

Larvenanzucht in der Koprokultur

 

Differenzierung zwischen Kleinen und Großen Strongyliden

 

Die verschiedenen Strongylidenarten können anhand des Eies nicht unterschieden werden. Aufgrund der unterschiedlich starken Pathogenität von Kleinen Strongyliden (Cyathostominae) und Großen Strongyliden (Strongylus spp.) sollte diese Untersuchung regelmäßig durchgeführt werden. Zur genauen Differenzierung werden dazu die Drittlarven über 14 Tage in einer Koprokultur angezüchtet. Die isolierten Drittlarven können anhand eindeutiger morphologischer Charakteristika mikroskopisch einer der beiden Gruppen zugeordnet werden.

 

 

 

Strongylus vulgaris-DNA-Nachweis mittels real-time PCR

 

Nachweis von Großen Strongyliden (Strongylus vulgaris)

Eine weitere Methode zum Nachweis des Großen Strongyliden (Strongylus vulgaris) ist der gezielte Erbgut-(DNA-)Nachweis. Als erster Schritt werden hierzu die Strongylideneier aus der Kotprobe im Labor angereichert und isoliert. Aus den so gewonnen Eiern wird nun die DNA extrahiert und im real-time PCR-Verfahren analysiert. Das Vorhandensein von Strongylus vulgaris-Eiern in der Probe führt zu einem positiven Ergebnis.

 

 

 

Trichterauswanderungsverfahren

 

Nachweis von Lungenwürmern (Dictyocaulus arnfieldi)

 

Lungenwürmer sind beim Pferd sehr selten. Das Trichterauswanderungsverfahren wird deshalb nur bei begründetem Verdacht eingesetzt und ist vor allem dann von Bedeutung, wenn ein Pferd Kontakt zu Eseln hat. Die Kotprobe wird dazu in einem speziellen Trichter in Wasser aufgehängt. Die sich im Kot befindenden Larven wandern dabei aus und können anschließend abgelassen und diagnostiziert werden.

 

 

 

Tesafilmabklatsch

 

Nachweis von Pfriemenschwänzen (Oxyuris equi)

 

Ein Befall mit Pfriemenschwänzen wird mittels der Untersuchung eines Tesafilmabklatsches festgestellt, bei einer reinen Kotuntersuchung taucht er nur als Zufallsbefund auf, da die adulten, weiblichen Oxyuren zur Eiablage aus dem Pferdeanus auswandern und die Eier im Perianalbereich ablegen. Hin und wieder geht dies mit erheblichem Juckreiz für das Pferd einher (aufgescheuerte Schweifrübe), kann aber auch ohne ersichtliche Symptomatik auftreten. Oftmals kann man jedoch mit bloßem Auge die eingetrockneten Eischnüre erkennen, die sich in gelblich-weißlichen Spuren am Pferdeanus abzeichnen.

 

 

 

Sedimentationsverfahren

 

Nachweis von Leberegeln (Fasciola hepatica)

 

Über die Zwergschlammschnecke und der Aufnahme von infiziertem Gras können sich Pferde mit dem Leberegel bzw. dessen Metazerkarien infizieren. Während der Sedimentation sinken die im Kot enthaltenen schweren Eier der Leberegel zu Boden und können nach der Anreicherung und Reinigung unter dem Mikroskop nachgewiesen werden. Wegen der intermittierenden Ausscheidung sollte im Verdachtsfall eine mindestens über drei Tage gesammelte Probe untersucht werden.