Der Gedanke dahinter


Die AG.ZE setzt sich dafür ein, dass Pferde nur auf Basis gezielter Diagnostik mit entsprechenden Anthelminthika sinnvoll entwurmt werden und der Erfolg der Medikamentenverabreichung kontrolliert und dokumentiert wird. Somit können die Verbreitung von Resistenzen verhindert und die Sinnhaftigkeit einer medikamentösen Behandlung garantiert werden.


Prinzipen der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung (ZE (+SE))

(erstellt durch die AG ZE e.V. im September 2017)

 

  1. Die ZE (+SE) bezieht sich auf erwachsene gesunde Equiden. Bei gesunden Jungtieren und Mutterstuten wird sie in angepasster Form angewendet.
  2. Auf Grundlage kontinuierlicher Diagnostik und der Analyse der Haltungsform und des Hygienemanagements werden Behandlungsentscheidungen vom behandelnden ZE Tierarzt gleichzeitig für das Einzeltier und den Bestand getroffen. Dabei gilt grundsätzlich: Diagnostik vor Therapie.
  3. Behandlungsziele sind je nach Ausgangslage im Bestand:
  • Verhinderung der Einschleppung von Wurmarten in einen Bestand
  • Reduktion des Infektionsdrucks durch Wurmarten in einem Bestand
  • Eliminierung von Wurmarten in einem Bestand
  • Erkennen und Eindämmen von Resistenzentwicklung im Bestand

4. Selektiv werden behandelt:

    Kleine Strongyliden – Schwellenwert: 200 EpG (Eier pro Gramm Kot)

    Gezielt werden bei positivem Nachweis behandelt:

    Parascaris spp. ; Anoplocephala spp., Große Strongyliden, Oxyuris equi   

    Dictyocaulus arnfieldi, Fasciola hepatica und Gasterophilus spp.

    Diagnostiziert werden:

    Strongyloides westeri

5. Die Diagnostik erfolgt kontinuierlich und beginnt optimaler Weise mit dem

    Beginn einer Weidesaison mit einem Screening-Jahr. Dabei kommt mindestens

    vier Mal ein quantitatives Untersuchungsverfahren mit der üblichen

    Nachweisgrenze von 20 EpG zum Einsatz, aber auch gezielte Diagnostik zum

    Nachweis von S. vulgaris, Anoplocephala spp. und im Verdachtsfall von Oxyuris

    equi, Strongyloides westeri, Dictyocaulus arnfieldi, Fasciola hepatica und

    Gasterophilus spp.

6. Im Anschluss an das Screening-Jahr werden die Pferde in Kategorien eingeteilt 

    und anschließend nach Einschätzung des betreuenden ZE Tierarztes

    unterschiedlich oft untersucht oder im Fall von Pferden mit hoher Strongylidenei-

    Ausscheidung kontinuierlich entwurmt.

7. Die Wirksamkeit von Behandlungen von Strongyliden, Spulwürmern und

    Pfriemenschwänzen wird mit Wirksamkeitsproben überprüft.

8. Moxidectin wird im Sinne eines Reserve-Anthelminthikum nur für besondere

    Indikationen eingesetzt.

9. Im Bestand neue Pferde werden einer parasitologischen Quarantäne

    unterzogen.

10. Alle erhoben Daten werden nachvollziehbar dokumentiert.