Konzept der Arbeitsgemeinschaft für Zeitgemäße Selektive Entwurmung (AG.ZE)


 ZSE - Zeitgemäße Selektive Entwurmung

 

Die AG.ZE setzt sich dafür ein, dass Pferde nur auf Basis gezielter Diagnostik mit entsprechenden Anthelminthika sinnvoll entwurmt werden und der Erfolg der Medikamentenverabreichung kontrolliert und dokumentiert wird. Somit können die Verbreitung von Resistenzen verzögert und die Sinnhaftigkeit einer medikamentösen Behandlung garantiert werden.


Prinzipien der Zeitgemäßen Selektiven Entwurmung (ZSE)

Die AG.ZE verfolgt das Ziel, Pferde nur auf Basis fundierter diagnostischer Erkenntnisse gezielt und sinnvoll zu entwurmen. Anthelminthika sollen ausschließlich dann eingesetzt werden, wenn sie tatsächlich notwendig sind. Gleichzeitig wird der Behandlungserfolg konsequent kontrolliert und dokumentiert.

Dieses Vorgehen schützt nicht nur das einzelne Pferd, sondern auch den gesamten Bestand: Anthelmintika-Resistenzen werden erkannt, der Infektionsdruck nachhaltig reduziert und die Wirksamkeit der eingesetzten Medikamente längerfristig erhalten.

Diagnostik vor Therapie

Behandlungsentscheidungen basieren stets auf einer kontinuierlichen parasitologischen Kotprobendiagnostik, ergänzt durch die Analyse der Haltungsbedingungen und des Hygienemanagements. Der betreuende ZSE-Tierarzt trifft diese Entscheidungen sowohl für das einzelne Pferd als auch für den gesamten Bestand – nach dem klaren Grundsatz:

 

Diagnostik vor Therapie!



Resistenzlage der Endoparasiten -  aktueller wissenschaftlicher Stand

Die zunehmende Resistenzentwicklung der Endoparasiten gegenüber Anthelmintika stellt eine der größten Herausforderungen im Parasitenmanagement der Equiden dar

 

Ursache ist vor allem der jahrzehntelang praktizierte, strategische Entwurmungseinsatz in festen Intervallen – häufig ohne vorherige parasitologische Diagnostik und ohne Wirksamkeitskontrollen nach einer anthelmintischen Behandlung.

Durch den wiederholten Wirkstoffeinsatz im kompletten Bestand überleben vorallem resistente Endoparasiten. Diese vermehren sich weiter und führen langfristig zu einer Verschiebung der Wurmpopulation hin zu resistenten Stämmen.


Besonders betroffen sind vorallem

Kleine Strongyliden (Cyathostominae)   

hier bestehen bereits gegen mehrere Wirkstoffklassen nachgewiesene Resistenzen

 

Spulwürmer (Parascaris equorum) 

zunehmende Resistenzen vorallem  im Bereich der makrozyklischen Laktone

 

Die Tendenz ist eindeutig steigend!


Warum ist das problematisch

Die Anzahl verfügbarer Wirkstoffe ist begrenzt.

 

Wenn Resistenzen entstehen, fallen einzelne Wirkstoffe für mehrere Jahre (oder dauerhaft) als Behandlungsoption weg. Das erschwert eine wirksame Parasitenkontrolle erheblich und kann langfristig die Gesundheit der Pferde gefährden.

 


Fazit

Resistenzen sind kein theoretisches Zukunftsproblem, sondern bereits tägliche Realität!


Ein verantwortungsvoller, diagnostikgestützter Einsatz von Anthelmintika ist daher entscheidend, um die Gesundheit der Pferde zu schützen, Refugien zu schaffen und die Wirksamkeit der Anthelmintika längerfristig zu halten.


Sollten Sie sich für unsere Arbeit als Verein interessieren steht Ihnen unser Vorstand gerne zur Seite.


Dr. Sabine Paul 

1.Vorsitzende 

Tierärztin und Laborleitung 

[email protected] 

0151 42 55 69 26

Tanja Maletzki

2.Vorsitzende

Tierarzthelferin und Laborleitung

[email protected]

0163 683 8272